Prolog

Das träumende Schaf und die Frage aller Fragen.

Träumen wir oder sind wir schon?

Twin Peaks“We live inside a dream.” Ein kurzer irritierender Satz, der spätestens seit dem 1992 erschienen David Lynch Auswurf “Twin Peaks – Fire walk with me“ die unterschwellige Ahnung mancher aufgeklärter und vom Leben schon mit reichlich Erfahrungen und Ueberraschungen beschenkter Mitbewohner unseres blauen Planeten erstmals konkret auf Zelluloit ausformulierte und sich dadurch auch in eine allgemein gültige, offiziell anerkannte Erkenntnis wandelte, wenigstens für diejenigen, welche diese Traumrealität schon immer erhofft, befürchtet oder herbeigesehnt haben.

Aber wo genau kommt jetzt das Schaf ins Spiel?

Wir alle, als passionierte Anhänger des Neoschamanismus (um den Begriff der Esoterik nicht unnötig bemühen zu müssen) wissen ja schon längst, dass Schafe – sofern sie dann als Krafttiere in unser Leben treten (als Geisteswesen wohlverstanden) – uns an die Kraft der Träume und folgerichtig auch an die Kraft unseres eigenen Lebens erinnern. Dies soll einfach mal zur generellen Wiederherstellung der Reputation der Schafe erwähnt sein, welche oftmals von unkundigen Quellen als Symbol des Herdentriebes, Schwachheit und naiver Sanftmut dargestellt werden.

Was bedeuten dann nun, nach Auffrischung dieser bahnbrechenden Erkenntnis, träumende Schafe? Oder anders gefragt, von was träumt ein Schaf, wenn es per Definition schon ein Symbol für den Traum darstellt? Ziehen wir das jetzt mal ganz durch: Von was träumt der Traum?

Um chronisch altklugen Zeitgenossen und Schnellpartizipierer schon mal vorzukommen. Dies soll keine Einleitung zu „Inception“ sein, welcher meiner Meinung nach ein klar überschätztes Werk von Chris Nolan darstellt – cooler Schluss trotzdem – und zu der oben gestellten Frage auch keinerlei Anhaltspunkte liefert, zumal auch überhaupt keine Schafe in diesem Film vorkommen…wenigstens nicht in tragenden Rollen.

Driften wir jetzt aber nicht zu sehr in die abstrakt-philosophische Grauzone ab: Ob Schafe träumen und wenn ja von was, wird sicherlich in letzter Konsequenz nie genau aufgeschlüsselt werden können und wird schlussendlich immer eines der letzten grossen Geheimnissen der Menschheits- und eventuell Tiergeschichte bleiben. Trotzdem ist der Wunsch für ein Verständnis dieser Schlüsselfrage, welcher durch die anschwellende Dringlichkeit auch immer mehr einem Zwang gleichkommt, in unserem Alltagsleben immer spürbarer und hat sich vom Gros der Bevölkerung gänzlich  unbemerkt bereits in vielen gesellschaftlichen Bereichen eingenistet.  Zumeist getarnt als gesellschaftliche Zeiterscheinungen im Kanon der Populärphänomene wie zum Beispiel das grosse Feld der Sinnsuche,  welches wiederum Schnittstellen zu einem grossen Strauss an verwandten Neurosen und Krankheitsbilder wie Fitnesssucht, Angstzustände, Ehrgeiz, Depressionen und vor allem auch Fussschweis, eröffnet.

Und genau deshalb ist nun die Zeit für diesen Blog gekommen, welcher versuchen wird, die aktuell-zeitgenössischen, sowie auch die historisch-kulturellen Beiträge zu dieser Frage zu sammeln, auf ihre Nutzbarkeit, thematische Integrität und methodische Komplexität zu prüfen und schlussendlich, Ihnen liebe Leser, Blogger und auch Schafe, die wertvollsten und spektakulärsten Funde hier präsentieren zu dürfen.

Alles klar? Spüren Sie jetzt auch schon eine kleine prickelnde Erleuchtung? Fühlen Sie sich ebenso inspiriert und lebendig durch lange Schachtelsätze?

Vielleicht zum guten Schluss schon jetzt ein kleines Geheimnis, ein erstes kleines Teilchen in diesem universellen Puzzle, welches zu verraten jetzt an dieser Stelle als angemessen erscheint:

Träumende Schafe sollte man nie, aber auch wirklich gar nie  wecken!

Herzlichst,

Ihr Shepherd

P.S. Gutgemeinte Feedbacks und vermeintlich spannende Entdeckung seitens der interessierten Leserschaft sind übrigens nicht erwünscht, denn wie schon Oscar Wild vortrefflich feststellte: Zuhören ist eine Beleidigung seinen eigenen Zuhörern gegenüber.

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