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Till Death Do Us Part – Gone Girl

 

Es gibt eine kleine erlauchte Gruppe von Regisseuren, wo man grundsätzlich davon ausgehen kann, dass jedes ihrer Werke ein hohes Mass an unterhaltsamen spannenden Filmgenuss verspricht, selbst dann noch, wenn sie die Herbstedition des Neckermann-Kataloges verfilmen würden.

Einer von dieser Gruppe ist zweifelsohne David Fincher. Seine Filmografie liest sich wie die Auflistung der besten – oder die sich zuweilen am tiefsten ins Gedächtnis eingenisteten – Thriller-Klassiker seit den 90-er Jahren,  u.a. „Se7en“, „The Game“, „Fight Club“, „Panic Room“, „Zodiac“ und „The Girl with the Dragon Tattoo“. Zusätzlich sind da noch die “non-thriller” Evergreens à la „The Curious Case of Benjamin Button“, „The Social Network“ zu erwähnen, nicht zu vergessen die aktuell laufende vielgepriesene TV-Politshow „The house of cards“ auf Netflix.

Wenn also der ehemalige Werbe- und Musikclipregisseur einen neuen Film präsentiert, ist Grund zur Freude angesagt, sofern man Freude hat,  an düsteren, zynischen und abgefahrenen Ausflügen in die dunklen Seiten der menschlichen Existenz, welche von Fincher inszenatorisch immer mit einer distanziert kühlen,  wuchtig kraftvollen und hyper-stylischen Art umgesetzt werden, die bevorzugten Farbtöne sind Grau, Blau und Braun. Zudem zieht sich durch sein Oeuvre seine Vorliebe für „ungewöhnliche“ sprich unvorhersehbare Geschichten, welche gerne die konventionellen Erzählstrukturen strapazieren, die Erwartungshaltung der Zuschauer unterwandern und auch gerne zwischen verschiedenen Genres umherspringen und fast immer mit einem unterwartet abgefahrenem Ende aufwarten können.

So ist also auch „Gone Girl“, die Verfilmung vom gleichnamigen Bestseller-Roman von Gillian Flynn (welche auch das Drehbuch mitverfasste), wo ein Ehemann (Ben Affleck) aufgrund seiner am helllichten Tag spurlos verschwundenen Ehefrau (Rosamunde Pike) unter Mordverdacht gerät, in der Grundkonzeption als klassischer Whodunit Psycho-Thriller angelegt, er entwickelt sich aber dann schleichend immer mehr in Richtung eines Psychogrammes eines sich entfremdenden Ehepaares oder der Sezierung des zwischenmenschlichen Beziehungsschemas ganz grundsätzlich, versetzt mit Ansätzen einer Mediensatire, bis er dann über Fetzen von Horror-Slasher Versatzstücken in einem typisch zynisch-perfiden Fincher-Finale mündet…

Getragen wird der – keine Sekunde langweilige – 150 Min. lange Streifen absolut souverän von Ben Affleck und Rosamunde Pike (ex Bond Girl Miranda Frost – Die Another Day), „der dem Zuschauer in von den Twists, Ueberraschungen und der konsequenten Darstellung moralischer Verdorbenheit Schwindelgefühle verursacht“ (Empire Magazin).

By the way: Ausführende Produzentin ist Reese Witherspoon, welche sich die Recht an dem Roman als erste unter den Nagel gerissen hatte. Sie war auch im Gespräch – neben Nathalie Portman, Charlize Theron und Emely Blunt, die Hauptrolle der Amy Dunne zu übernehmen.

Conclusion: Fincher ist zurück mit der Demontage einer amerikanischen Vorzeigeehe. Hochspannend, perfide, abgedreht, verwegen, smart und stylisch gepaart mit einem gehörigen Schuss schwarzem Humors. Frisch verheirateten, glücklichen oder gar verlobten Paaren wird dringendst vom Konsum dieses Filmes abgeraten!

Prescription for: Lover’s Grief, marriage problems, problems with the parents-in-law, facing a media shit storm, people under pressure

http://www.gonegirlmovie.com/