Ouroboros – The serpent eating its own tail

Diejenigen von uns, die den Frühling des Lebens bereits durchschritten und die 80-iger Jahre noch aus persönlicher Erfahrung im Gedächtnis haben, werden sich die Geschehnisse stets vor Augen führen können, in denen Michael J. Fox, alias Marty McFly, im ersten Teil der „Back to the Futures“ Trilogie, in der entscheidenden Szene – quasi dem vorgezogenen Showdown – des High School Abschlussballs, die Avancen seiner eigenen Mutter zurückweisen musste, damit diese nicht noch der Möglichkeit beraubt wurde, ihre – für sie natürlich unbewusste – 2. Wahl, seinen eigenen Vater, kennen zu lernen, damit Marty McFly danach überhaupt erst  gezeugt werden konnte. Es ist obsolet zu erwähnen, dass Marty McFly nur deshalb in diese – sagen wir – heikle Situation geriet, da er die physikalischen Naturgesetze – mittels einem DeLorean DMC-12 Sportwagen – überwinden konnte und 30 Jahre zurück in die Vergangenheit gereist war und zwar in seine Prä-Geburts sprich Prä-Zeugungs Periode, was absehbar – zum Vergnügen des Publikums – allerlei Turbulenzen – nicht nur bei seiner Mutter – auslöste.

Seit Bestehen der Filmindustrie sind Zeitreisefilme ein beliebtes Motiv und es sind vermutlich Hunderte von Werke, welche dieses Thema in der einen oder anderen Weise behandeln, referenzieren oder touchieren. Sei es in einer rein unterhaltenden Action-Spassvariante wie die angetönte „Back to the Futures“-Trilogie, sei es in der Form einer Slapstick Komödie, wie der Kultstreifen „Groundhog Day“, nicht zu vergessen Woody Allen’s Beitrag „Midnight in Paris“, oder dann actionhaltige Adrinalinkracher wie die „Terminator“ – Reihe, „Edge of Tomorrow“ – welcher als Actionversion von „Groundhog Day“ bezeichnet werden kann. Rein thematisch aber gehört das Zeitreisemotiv zwingend dem Science Fiction Genre zugeordnet, welches auch die cineastische Geburtsstätte dieses „Einfalles“ war und demzufolge auch die meisten Variationen anzubieten weiss. Mit einem Horror-Mystik-Drama Einschlag à la „Donnie Darko“, im Gewand eines philosophischen Actiondramas à la „Looper“, als Actionthriller wie Spielbergs „Minority Report“ oder – wie der jüngste Film von Wonderboy Chris Nolan – „Interstellar“ – mittels dem elegisch-apokalyptisch-philosophisch-melodramatisch-bombastischen Auftritt.

Obschon rein akademisch betrachtet, Zeitreisen keine absolute Fiktion per se sind (ausgehend von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie, die Schwerkraft als Krümmung der Raumzeit durch Energie und Materie beschreibt, sollte dieses Kunststück tatsächlich möglich sein), aber allenfalls noch ein Weilchen ins Lande ziehen wird, bis wir vor den Verführungskünsten unserer Grossmütter das Weite suchen müssen, ist die Attraktivität des Themas in den immens zahlreichen Auslegungsmöglichkeiten und Versuchsanordnungen der unterschiedlichsten philosophischen Fragen zur Existenz, zu unserem Wesen, unseren Triebkräften etc. zu suchen, welche so auf unterschiedlichste Weise durchgespielt werden können, nur um die aufgestellten Thesen und Reaktionen wieder mit neue Paradoxien zu brechen. Was in letzter Konsequenz zu einem cineastischen Ouroboros führen kann – Die Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beisst…“ – ein Thema, dem sich auch schon Friedrich Nietsche mit seinem Ansatz “der ewigen Niederkunft” oder “der unendliche Wiederholung aller Ereignisse”ausführlich gewidmet hat – “Allem Zukünftigen beisst das Vergangene in den Schwanz”.

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Eines der wohl beliebtesten und auch häufigsten beleuchteten Parodoxon  – und dies wohlgemerkt nicht nur in Zeitreisefilmen – ist wohl die ultimative philosophische  Ei- oder Huhn Frage: Free Will versus Predestination – können wir unser Leben selber bestimmen oder ist von Anfang an alles schon festgelegt?

Und in der Essenz um genau diese Frage kreist sich der im Februar 2014 im deutschen Raum direkt im Heimkino erschienene Streifen „Predestination“, von den Spierig Brothers (Daybreakers) mit Ethan Hawke, der bei den diesjährigen AACTA (Australischer Pendent zum Oscar) 9 Nominierungen (u.a. Besten Film, Adaptiertes Drehbuch, beste Regie) einheimste und Sarah Snooke den Award für die Best Leading Actress abholen konnte. Das ebenfalls am Toronto After Dark Film Festival als bester Sci-Fi Film von 2014 ausgezeichnete Werk, darf tatsächlich als Geheimtipp eingestuft werden, da mit einem Budget von ca. USD 2 Mio. gedreht und – ausser Ethan Hawke –  keinerlei bekannte Darsteller vorkommen und wenn ich nicht den expliziten Tipp erhalten hätte, würde ich jetzt sicherlich nicht darüber berichten, da Ethan Hawke in Action- oder SciFi Filmen nicht unbedingt gerade die zwingende Referenz ist (im Gegensatz zu seinen Beziehungsstudien, im Speziellen in Kombination mit Richard Linklater) und auch das Filmcover mehr nach abgestandenem oder mehrfach durchrecycletter Sci-Fi-B-Movie Actionkracher anmutet. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil. Auch wenn das Intro und noch ein, zwei zusätzliche Szenen einige actionhaltige Passagen beinhalten, also Hawke mit Pistole, ist der überwiegende Teil des Films eine Mischung aus Biopic und Kammerspiel zwischen Hawke und Snooke, stattfindend in einer Bar irgendwo in New York City irgendwann in den frühen 70-iger Jahren. Ausgehend von einer Wette um eine Flasche des besten Bourbons in der Bar, wer die spektakulärere Real Story auf Lager hat, erzählt dort ein Mann an der Theke dem Barkeeper sein Leben, das unter anderem daraus bestand, dass er eigentlich als Mädchen auf die Welt gekommen, von den Eltern verlassen in einer Waisenkrippe abgelegt und im Waisenhaus aufgewachsen ist, als junge Frau ins Rekrutierungscamp der Space Corps aufgenommen und nach Feststellung anatomischer Anomalien wieder rausgeworfen worden ist,  dann sich verliebt in einen älteren Mann, dann geschwängert und verlassen von dem älteren Mann, ihr Baby unmittelbar nach der Geburt aus dem Krankenhaus von anderem unbekannten Mann gestohlen, anschliessend von dem Arzt, welcher sie unterbunden hat,  gegen ihren Willen einer Geschlechtsumwandlung unterzogen, dann – nun neu als Mann, John, – einen Job antritt, als Rubriken-Schreiber von fiktiven Lebensbeichten für ein Ratgebermagazin unter dem Synonym „Unmarried mother“. Verbittert und immer noch unermesslich tief verletzt von dem älteren Mann, der sie/ihn geschwängert und wortlos, abrupt und ohne Begründung für immer verlassen hat. Die einzige Liebe in seinem/ihrem Leben. Dazumal vor 20 Jahren, als er noch eine junge Frau war.

Stark herausgefordert von dieser spektakulären Geschichte, enthüllt der Barkeeper, dass er eigentlich kein Barkeeper ist, sondern ein Temporal Agent, ein Zeitreise Agent aus der Zukunft, der die Aufgabe hat, vergangene grosse Verbrechen zu verhindern und er nur an diesen Zeitpunkt in die Vergangenheit gereist ist, weil im März 1975 der sogenannte Fizzle Bomber 11‘000 Menschen inmitten New York City töten wird und seine Mission es ist, dies zu verhindern.

Der Barkeeper rsp. Temporal Agent bietet John darauf aber an, in die 50er Jahre zurückzureisen, an den Zeitpunkt als John noch Jane war und sie den besagten älteren Mann kennenlernte, um sich für sein grausames Verhalten ihr gegenüber zu rächen. Dies weil der Temporal Agent diesen Mann kennt und er ihn/sie zu ihm führen kann…

Wer gewinnt nun die Bourbon Flasche…?

„Predestination“ basiert auf der 1959 veröffentlichten Kurzgeschichte „- all you Zombies -„ von Robert A. Heinlein (1907 – 1988, u.a. Starship Trooper), welcher einer der erfolgreichsten Science Fiction Schriftsteller überhaupt gewesen ist und zusammen mit Isaac Asimov (I, Robot) und Arthur C. Clarke (2001: Odyssee im Weltraum) zu den sogenannten „Big three“ in diesem Genre zählt. Neben der eher nebensächlichen aber amüsanten Tatsache, dass er 1957 in seinem Roman „The Door into Summer“ vom ersten Wasserbett berichtete und dann in „Space Cadet“ vom ersten Handy, 35 Jahre vor dessen Erfindung (durch Motorola), sind in seinen Werken die Gravitas der persönlichen Freiheit und Selbständigkeit ein latent vorhandener thematischer Grundton, welcher auch in „-all you Zombies –„ unüberhörbar ist, obschon das Spiel mit Identität, Zeit, Raum und der Frage nach unserem tatsächlichen – metaphysischen – Handlungsspielraum im Vordergrund steht.

Die Verfilmung der Spierig Brother (eineiige Zwillinge, Jg 1976) hält sich sehr eng an die literarische Vorlage und zeichnet sich – neben dem behutsamen Aufbau der Geschichte unter konstantem Einflechten von versteckten Hinweisen – auch deshalb aus, weil formal auf die gewohnt spektakuläre Inszenierung des Vorgangs der Zeitreise an sich völlig verzichtet wird und sich ausschliesslich auf die Darstellung eines ausrangierten Geigenkoffers beschränkt, welcher der Temporal Agent bei sich trägt und mittels Einstellung der gewünschten Jahreszahl in dessen Zahlenschloss dann auch schon in dem gewünschten Jahr landet. Das Weglassen oder das Reduzieren der genretypischen visuellen Knalleffekten hat die Verdichtung der ohnehin schon intensiven und verwirrenden Story als Folge, welche gegen den Schluss eine nochmalige ruckartige Beschleunigung einlegt und dem Zuschauer eine Kaskade an Wendungen, Drehungen und Wiedersprüchen entgegenschleudert und im Zustand der völlig staunenden und erschöpften Verwirrung  verabschiedet. Dies alles aber nie zum Selbstzweck oder suggestiven Effekthascherei, sondern als vielschichtige Inszenierung des Ouroboros-Paradoxon.

“You know who she is, and you understand who you are, and now maybe you’re ready to understand who I am “…sagt der Bartender einmal. Will you?

Konklusion: “Predestination” überzeugt gleichermassen als philosophische Uebungsanlage wie als spannendes Zeitreise-Thrillerdrama, welches im Science Fiction – Zeitreise Genre neue Massstäbe in Bezug auf Storytwists und verschachtelte Erzähltechnik setzt, durch die enge Anbindung an die literarische Vorlage aber gleichwohl die innere Schlüssigkeit beibehält. Die intensive Schauspielleistung von Ethan Hawke und Sarah Snooke und die effiziente und verdichtete Dramaturgie in dem stillvollen Retro-Look machen diesen mehrfach ausgezeichneten und hochgelobten Low-Budget Streifen zu einem brandheissen Geheimtipp und animiert zur mehrmaligen Konsumation. Mindfuck pur, der nachhallt.

Prescription for: Identity problems, self-discovery, transgender, persistency, dealing with set backs, Nietsche lover, philosophical interests

Predestination, AU 2014, 97 min. , directed by Michael and Peter Spierig, with Ethan Hawke, Sarah Snook

Dexter – Part Three (Final) -The Villains

I would now like to direct your attention toward one particular actor: Ray Stevenson

Isaak Sirko

He plays the main antagonist named Isaak Sirko the head of an Ukrainian crime syndicate with which our favorite serial killer finds himself oh so dramatically entangled. Ray Stevenson has something quite exquisite about himself. The role he plays in Dexter certainly is a violent one but with a rather refined touch to it. He portrays a man who was UK educated which stings a cord with me for personal reasons. He dresses exceptionally and quite frankly his deliberate mannerisms do make me light up inside.

I have seen him in different roles before and he has always left me with quite an impression. He rose to fame with his role of Titus Pullo in the BBC/HBO production Rome (also a very cool series btw) and was in the movie Arthur. (Just to mention a few of his many roles.)

The British/Irish actor has two children with his girlfriend Elisabetta Cariacca whom he met, wait for it, on the set while filming Rome. Gosh!

Born in 25 May 1964 in Lisburn, Northern Ireland, on a British army base where his father was a pilot and to an Irish mother. After moving to the UK he studied art. When he was 25 he quit his job as an interior designer and decided to go enroll in drama school. For which I am so grateful. Imagine he would have been timid and did not answer his calling. Oh the horror.

In season 7 he is a formidable antagonist to Dexter and turns out to become friendly towards him through a string of complicated events. I like that their relationship is connected through emotions (which is ironic for Dexter) and tied through Isaac’s sophistication. A component that was not yet seen in Dexter.

Please, faithful Sheep, do me the favor and watch out for this guy. He makes every thing better. He is like a good glass of red wine. Not that season 7 of Dexter needs much improvement but it certainly did benefit from Ray Stevenson’s exquisite appearance. He brought his unambiguous style and uncanny tenderness to the screen and yes, dear Sheep, I do have a little crush on him. Can you blame me?

This article is about villains and therefore would not be complete without mentioning the extraordinary JLM! In fact, he is so great that he then went off and got his own TV show. Jonny Lee Miller.

Jonny Lee Miller

He played in Dexter season five the murderous motivational speaker Jordan Chase. Again, a fellow British actor who first appeared in the iconic British TV series Dr Who and still ongoing Elementary along side Lucy Liu, the US adaption of Sherlock Holmes. He originally turned down the part (of Sherlock) as he was afraid it was too similar to the AMAZING BBC adaption (Staring the SUPERP Benedict Cumberbatch – Absolute MUST WATCH-REVIEW TO COME). Be that how it may, before all that he played Jordan Chase and he did well! Yes, he did. He certainly has a fable for slightly obsessive roles with a dark twist, which no doubt will have helped, land his future gig in Elementary.

One can only speculate but greatness as such must be interconnected with a touch of “nuts”. After all, he was once married to Angelina Jolie (28 March 1996) although only for 18 month but hey, I guess that qualifies him as slightly out of the ordinary.

I like out of the ordinary in general. That always gives me comfort that all of society does not fall concisely into the middle of the bell curve. How unravelling would that be?  So people like us and probably many of us sheep are allowed some wiggle room.

Dexter is only as good as his antagonist and these two are my favourite ones. Jordan Chase gives him a run for his money as the story behind him is so unexpected and reveals truly great writing which again makes the season just good TV.

I can thoroughly recommend Dexter. It is visually pleasing, slightly unusual and has subtle humours style and is littered with great actors (I have not even attempted to list a full register here). The series starts well, gets better and the last three seasons really just take the bloody cake.

A Human Drama: I’m not the story – Citizenfour

Laura,

At this stage I can offer nothing more than my word. I am a senior government employee in the intelligence community. I hope you understand that contacting you is extremely high risk and you are willing to agree to the following precautions before I share more. This will not be a waste of your time.

The following sounds complex, but should only take minutes to complete for someone technical. I would like to confirm out of email that the keys we exchanged were not intercepted and replaced by your surveillants. Please confirm that no one has ever had a copy of your private key and that it uses a strong passphrase. Assume your adversary is capable of one trillion guesses per second. If the device you store the private key and enter your passphrase on has been hacked, it is trivial to decrypt our communications.

Understand that the above steps are not bullet proof, and are intended only to give us breathing room. In the end if you publish the source material, I will likely be immediately implicated. This must not deter you from releasing the information I will provide.

Thank you, and be careful.

Citizen Four

Zu diesem Zeitpunkt Anfang 2013 als die regierungskritische US-Dokumentarfilm-Regisseurin Laura Poitras diese E-Mail von einem Unbekannten erhält, ahnt sie nicht, was in den nächsten Monaten auf sie zukommt. Heute kommentiert Poitras die Geschehnisse so: “I was sucked into the narrative in a way I have never experienced before and probably will never experience again.” (The New Yorker „The Holder of Secrets“, 20.October 2014). Diese E-Mail ist der Anfang des Films „Citizenfour“, sowie des Enthüllungsmarathons von Edward Snowden und Glenn Greenwald.

An diesem Dokumentarfilm ist manches außergewöhnlich. Die Geschichte wurde nicht aus der Retrospektive verfilmt, sondern in ihrer Entstehung und Entwicklung aufgenommen.  Laura Poitras hat den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden von Beginn seiner Enthüllungen an aus nächster Nähe begleitet und in Echtzeit dokumentiert, wie der Whistleblower in Hong Kong Beweise für illegale verdeckte Massenüberwachungsprogramme der NSA und anderer Nachrichtendienste vorlegte. Zu sehen ist auch, wie die ersten Veröffentlichungen einen Nachrichtensturm in der ganzen Welt entfachten – und wie Snowden klar wurde, dass er nie wieder so leben könne wie zuvor. Diese Geschichte, die als NSA-Affäre bezeichnet wurde, hat weitere Enthüllungen ausgelöst und gilt immer noch als politischer Sprengstoff.

Zuletzt wurde der Film mit einer Oscar-Nomination geehrt, obwohl sein Held als US-Bürger nie mehr den amerikanischen Boden betreten wird, seine Regisseurin seit Jahren auf einer US-Beobachtungsliste steht, mehr als 40 Mal an Flughäfen festgehalten und befragt wurde und deshalb in Berlin lebt. Eine willkommene Anerkennung von der Branche, die massgebend seit Jahrzehnten die Meinungsbildung in den USA  prägt! Die Kluft zwischen der Regierung und den Bürger, welche in Poitras Film durch Snowdens Aussagen hervorgehoben wird, breitet sich aus.

Für die Laura Potras ist es bereits die zweite Nominierung. “Citizenfour” ist nach “My Country, My Country” (2006) und “The Oath” (2010) der dritte Teil der 9/11-Trilogie, welche die Regisseurin dem sogenannten “Krieg gegen den Terror” der USA gegen die eigenen Bürger widmet. Im oscarnominierten „My Country, My Country“ zeigte sie 2006 die Folgen des Irakkrieges, indem sie den Alltag eines Arztes aus Bagdad aufnahm, der bei den ersten freien Wahlen für eine islamistische Partei kandidierte. In „The Oath“ von 2010 sieht man das neue Leben von Osama bin Ladens früherem Leibwächter Abu Jandal als Taxifahrer.

„Citizenfour“ kann man in drei Dimensionen auslegen. Als erstes liefert die Dokumentation sehr viele Informationen darüber, wie die Geheimdienste bei dem Ausspionieren  der Bürgern vorgehen. Edward Snowden erklärt detailliert, welche Institutionen, Programme und Techniken dafür zuständig sind. Das Thema der globalen Überwachung wird von verschiedenen Aspekten her – politischen, rechtlichen, ethischen – behandelt. Vieles davon ist uns nach den zahlreichen weltweiten Veröffentlichungen und Debatten bekannt. Und doch entsetzt erneut so eine umfangreiche, vom Snowden persönlich präsentierte Überwachungssystematik  mit ihrer ungeheuerlichen Reichweite. Die Fakten prasseln auf uns im gnadenlosen Tempo und wecken das Gefühl der Ohnmacht. “Sie sind in der Lage, 1000 Milliarden Anfragen pro Sekunde zu verarbeiten,”- nur ein Beispiel aus dem NSA-Megacomputer-Keller (US-Snoop-System).

Alles, was wir schon von Spielfilmen wie „The Conversation“ (1974, Francis Ford Coppola), „Enemy of the State“(1998, Tony Scott), „Minority Report“ (2002, Steven Spielberg) oder „Das Leben der Anderen“ (2006, Florian Henckel von Donnersmarck) kannten, verliert auf einmal fiktionale Züge. Die Realität wird spannender als die Fiktion („Citizenfour“ wird oft als Doku-Thriller bezeichnet).  Doch im Gegensatz zu den Spielfilmen wird seinen Helden keine Gerechtigkeit widerfahren. Snowden bleibt nach wir vor der Staatsfeind Nr.4. „No Place to Hide“ vom Glenn Greenwald wäre das Buch, aus dem vielleicht bald ein weiterer Film über die Ereignisse der NSA-Affäre erstehen könnte. Sony prüft die Optionen (Time, 26.10.14)…

Doch besonders gelungen ist der Film auf der emotionalen Ebene, da wir den Menschen Ed Snowden in den entscheidenden Augenblicken seines Lebens zu Gesicht bekommen. Laura Poitras wurde oft gefragt, wie sie selbst ihren Film sieht – als eine politische Reportage oder eher als persönliches Drama. Ihre Antwort war stets: a human drama. Es sind die privaten Begegnungen, die die weltpolitische Bühne schon fast in den Schatten stellen. Zum ersten Mal sehen wir Glenn Greenwald  am Laptop in einer absolut entspannten Umgebung in Brasilien – auf einer mit exotischen Pflanzen bewucherten Terrasse mit riesigen friedlich vor sich hin schlummernden Hunden. Snowden beobachten wir durch den aufmerksamen wie auch wohlwollenden Kamerablick fast ausschließlich in einem Hotelzimmer in Hong Kong, wie er ganz nah und privat im Bademantel auf dem Bett oder im Badezimmer seine Mission vollendet.

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Zwischen den drei Hauptprotagonisten Snowden, Greenwald und Poitras spürt man eine so bedingungslose Vertrautheit, dass man sich beinahe selber wünscht, derartig reine und intensive Kommunikationsfreude zu erleben – mit eigentlich fremden Menschen, die wie ein Monolith von einem Ideal zusammengeschweisst sind. Oft blickt Snowden fragend, nach Bestätigung suchend, erleichtert oder besorgt in die Kamera zu Poitras… Das sind sehr innige Augenblicke, die Befürchtungen und Hoffnungen beinhalten: Wie wird es sein? Wird es so sein, wie es sein sollte?!

Es ist definitiv so geworden wie es sein sollte. Snowden kommt sehr sympathisch rüber:  attraktiv, intelligent, kompetent, bescheiden, trotz enormem Druck ruhig und ausgeglichen, ein junger Amerikaner mit geheimem Wissen im Gepäck, mit Humor, klarem Verstand, Prinzipien und starkem Willen, seiner Geschichte, nicht sich selbst („I’m not the story“ ist zum Leitmotiv des Citizen Four geworden) Gehör zu verschaffen. In Ian McEwans Roman „Sweet Tooth“ (2012) über die MI6 Praktiken aus den 60er Jahren schwärmt die junge Spionin Serena von einem Typus Mann – klug, erfindungsreich, zerstörerisch, zielstrebig, der für sie wie auch für die Menschheit „unentbehrlich“ ist: „Ohne sie würden wir immer noch in Lehmhütten hausen und auf die Erfindung des Rades warten. Die Dreifelderwirtschaft wäre niemals eingeführt worden….“ Snowden, auch Greenwald sind die aktuellen Versionen dieser Gattung. Helden von heute müssen nicht das Rad neu erfinden. Nicht die Erfindungen sind gefragt, sondern die Werte, die dahinter stehen oder abwesend sind. Wie man sie identifiziert, anzweifelt und unter Einsatz eigener Freiheit in die Welt hinausträgt ist ein beachtlicher Entwurf des modernen Heldentums.

Auch künstlerisch bietet der Film besondere Momente. Gleich am Anfang hören wir eine leicht wehmütige Frauenstimme, welche die E-Mails von Citizen Four vorliest, vereinzelnd begleitet vom klackenden Tastaturgeräusch. Wie die Geschichte selbst, werden auch die alles in Gang setzenden E-Mails erneut auf der Leinwand entstehen. Mit der schmalen Kameraöffnung werden die aufeinander folgenden Lichtstriche wie Morse-Codes in einem Tunnel aufgenommen.  So fängt auch „Lost Highway“ (1996, David Lynch) an. Wir können uns sofort auf eine ominöse Stimmung einstellen, die uns bis zum Schluss begleiten wird. Eine überdimensionale Baustelle, die Poitras über längere Zeit hinweg filmt,  verströmt eine flimmernde Hitze,  welche nahezu auf der Haut zu spüren ist… Das weisse Hotelzimmer 1014 befindet sich auf einmal für acht Tage im Juni 2013 mitten im Film- und Geschichtsuniversum und strahlt fast schon eine buddhistische Ruhe aus. Die Nachrichtenströme am TV-Bildschirm, die ununterbrochen ihre Feedbacks abgeben, versuchen die zwischenmenschliche Harmonie zu durchbrechen… Alles an dieser Dokumentation ist gut durchdacht und eindrucksvoll ausgeführt.

Conklusion: „Citizenfour“ ist ein beeindruckendes Dokument unserer Zeit, das auch auf der persönlichen und künstlerischen Ebene absolut überzeugt.  Es zeigt souverän und konsequent, wie die grösste Demokratie der Welt auf das Nötigste reduziert wird. Was der Film zu bewirken vermag, wären Denkanstösse an die Mitbürger, die ihre Privatsphäre leichtsinnig auf den sozialen Netzwerken hinausposaunen, ihre Netzvorlieben großspurig den omnipräsenten US-Geheimdiensten zur Verfügung stellen… Und die Nachfolgertaten. „Citizenfour“ lässt auf eine Fortsetzung spekulieren. Doch es wird nicht zwingend ein „Citizenfive“ geben.  Es stellt sich nur die Frage: wie würde wohl unsere Welt aussehen, wenn ein Dutzend, vielleicht auch ein hundert Bürger mehr ihre Jobs hinterfragen würden?

Prescription for: predominant majority of citizen who believe and argue: Yes, but it won’t happen to me, and, anyway, I have nothing to hide.

Citizenfour, USA, Germany 2014, 114 Min., Directed by Laura Poitras. With Edward Snowden, Glenn Greenwald, William Binney, Jacob Appelbaum, Julian Assange.

Kinostart: 19.02.2015 (Deutschschweiz)

Sia and the dancing hipster in skin-coloured panties

Erstmal möchte ich unseren Shepherd Matthias danken, dass ich euch zukünftig ein paar musikalische Perlen öffnen und über den Tresen reichen darf. Die Flaschen sind ins Regal geräumt, die Gläser poliert, das Barbesteck zurechtgerückt  und das Handtuch über die Schulter geworfen – es kann also los gehen.

Meinen ersten Post widme ich einer grossartigen Songschreiberin und Sängerin: Sia. Die 39jährige Australierin wurde durch ihre Arbeit mit dem Ambient Duo  Zero 7 bekannt, ist dann gnadenlos dem Pop verfallen und hat bisher fünf Soloalben veröffentlich.  Erinnert ihr euch an den Sommerhit „Titanium“ von David Guetta?  Klar. Die Stimme zum Tanzparkettkracher kommt von Sia. Als Songschreiberin ist sie unter anderem für Rhiannas „Diamonds“ oder Britney Bitch‘s „Perfume“ verantwortlich. Mit dem vielversprechenden Titel: „1000 Forms of Fear“  veröffentlichte Sia im Sommer 2014 ihr sechstes Album. Der Überhit „Chandelier“ wurde von den Radiostationen gnadenlos an der Gurgel gepackt und ausgequetscht, wie man es nur mit Zitronen für einen  Whisky Sour macht. Ehrlich, „Chandelier“ kann ich nicht mehr hören!

Nun aber zum Hipster in hautfarbenen Unterhosen. Wir wissen ja, Hipster sind allgegenwärtig und je länger und ungepflegter der Bart, desto besser. Gilette hat sogar seine Marketingaktivitäten umgestellt und bewirbt jetzt Körperrasur weil sich kein Mann mehr das Fell aus dem Gesicht schneiden will. Leonardo diCaprio (er sieht echt gruslig aus momentan) gehören zu dieser Spezies und auch Shia LaBeouf der im neusten Video zu „Electric Heart“ eine grossartige Performance mit der 12 jährigen Tänzerin Maddie Ziegler abliefert. Ich habe selten ein so gut inszenierten und kraftvollen Tanz- / Kampf-Musikvideo gesehen:

 

Einen Song mit: “Und schon wieder beisst einer ins Gras…” (And another one bites the dust) zu beginnen ist grossartig. Ihr erinnert euch sicher an den Queen Hit von 1980… Man durchlebt die Enttäuschung und den Kampf in dem Song und geht mit erhobenem Haupte am Ende aus der Arena, oder aus dem Vogelkäfig.

Doch das Album „1000 Forms of Fear“ serviert mit “Big Girls Cry” oder “Fire Meet Gasoline” weitere potenzielle Hit-Single Auskopplungen, welche hoffentlich auch so gross in einem Video verarbeitet werden. Zudem ist Sia im heiss erwarteten Soundtrack von „Fifty Shades Of Gray“ mit dem Song: „Salted Wounds“ vertreten. Diesen OST werde ich mir dann sicher genauer unter die Lupe nehmen.

Und jetzt noch zum Whiskey Sour: Eiswürfel und 4,5cl Whiskey, 3cl Zitronensaft und  1,5cl Zuckersirup in einem Shaker kräftig schütteln und anschliessen in ein Tumbler (ist ein Glas, keine Social Media Plattform) sieben. Schmeckt echt sau sauer!

Stay tuned!

Part two – Dexter’s love interest

Visually Dexter is stunning.

The bright Miami backdrop makes me feel warm and fuzzy and the locations are, even if sometimes gritty, shot to please the art deco heart. Pastel tones and palm trees really make you want to have a drink with a little umbrella in it.

Also pretty is the main love interest/villain from season seven and eight.

There are a few love interests through out the series but she is my favourite: The poison queen: Hannah McKay – Yvonne Strahovski an Australian actress of Polish decent. She seems Dexter’s equal from the beginning and she certainly has a special kind of appeal and natural beauty.

Episode 706

Most and far most I credit her with not being the stereotypical female dim dim bimbo that Hollywood often creates. (Thank you Showtime.) Her character offers a good mix between beauty, perpetrator, victim and the woman in love.

Furthermore, she is the kind of woman who has hair that looks accidentally amazing especially un-brushed. How is that possible? I am a blond myself and I know that our lack of pigment does not take kindly to humidity and the absence of carefully chosen product and attention. But for her the rules of hair do not seem to apply. Love it and also despise her for it of course. J

Besides good hair, Yvonne also has a good heart. She is a strong supporter of PETA and has gained notoriety with her campaign “always adopt, never buy” advocating the rescue of shelter dogs. (Here posing with her own adopted doggies.)

Yvonne Strahovski ‘Angel for Animals’ Adopt Ad

In 2011, her philanthropic heart and great hair has not gone unnoticed by FHM Magazine, as they have voted her number 50 of  “the 100 sexiest women in the world”. Although I am not sure these were the attributes that got her the award. Ahhh – and apparently she hates yoghurt. Fair enough.

On the show her character’s look is very low key, especially in season seven before brushing up eloquently for her comeback in season eight. Out of all Dexter’s women on the show, for me, she is the one who manages to make our killing hero look sexy (at times…with considerable effort). He does not usually strike me as the typical leading man of Hollywood but next to her he takes on a whole new dimension of  “I am the man”.

I guess Dexter found his sexy or shall we say, he found his poison?

Another Premiere on TDS: Guido’s Soundbar – Expeditions to the world of music&more

The Dreaming Sheep ist stolz, neben den filmbezogenen “Listen to” Empfehlungen, mit der neuen Rubrik “Guido’s Soundbar” sporadisch die kommenden oder bereits veröffentlichten Perlen in der Welt der Klänge, Beats und Drums vorzustellen.

Selbstverständlich – wie es sich zu einem anständigen Barbesuch gehört – können die üblichen Ingredients wie Klatsch&Tratsch und sonstiges unnützes Wissen über die Theke gereicht werden…inkl. Rezepte für Cocktails!

Also chill out, relax und be prepared,

Guido’s Soundbar is extending a warm welcome Invitation!

It will happen soon….